Inhaltsverzeichnis:
- Julia Buse und das Berliner Schokoladenhaus Rausch reagieren auf die Marktlage
- Westafrika leidet unter Hitzewellen und Ernteausfällen
- Importpreise treiben deutsche Inflation
- Milka, Lindt und Ritter reduzieren Füllmengen
Julia Buse und das Berliner Schokoladenhaus Rausch reagieren auf die Marktlage
Seit Anfang 2023 ist der Kakaopreis von rund 2.000 auf etwa 8.500 US-Dollar pro Tonne gestiegen. Das entspricht einer Vervierfachung innerhalb eines Jahres. Julia Buse vom Berliner Unternehmen Rausch erklärt, dass die Ursache in witterungsbedingten Problemen wie Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfällen liegt. Zusätzlich verschärfen Pflanzenkrankheiten die Lage. Der Direktbezug von Edelkakao aus Ursprungsländern ohne Zwischenhändler schützt Rausch teilweise vor dem volatilen Weltmarkt, doch ab dem 1. Mai wird auch dort der Preis angehoben.
Westafrika leidet unter Hitzewellen und Ernteausfällen
Die Kakaoproduktion in Westafrika, einem der Hauptanbaugebiete, ist massiv betroffen. Studien der Organisation World Weather Attribution zeigen, dass klimabedingte Hitzewellen die Region um 4 Grad Celsius erwärmt haben. Diese Entwicklung gilt als Folge des menschengemachten Klimawandels. Die Folge: massive Missernten. Regionen wie Côte d’Ivoire und Ghana, die zusammen rund 60 Prozent des weltweiten Kakaos liefern, melden geringere Erträge und Qualitätsprobleme.
Importpreise treiben deutsche Inflation
Im Februar stiegen die Importpreise für Lebensmittel in Deutschland um 3,6 Prozent. Noch deutlicher fiel die Teuerung bei Süßwaren aus: +61,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Laut Statistischem Bundesamt lag das vor allem an den Rohstoffpreisen.
Hier die wichtigsten Steigerungen:
- Kakaobutter, -fett und -öl: +119,4 Prozent
- Schokolade und Süßwaren: +34,7 Prozent
- Gesamte Lebensmittelimporte: +3,6 Prozent
Diese Preisentwicklungen wirken sich direkt auf den Einzelhandel aus und machen sich insbesondere in saisonalen Produkten wie Osterhasen oder Schokoeiern bemerkbar.
Milka, Lindt und Ritter reduzieren Füllmengen
Mehrere Hersteller haben bereits auf die Kostenentwicklung reagiert. Ritter erhöhte die Preise um rund 30 Prozent. Lindt & Sprüngli aus der Schweiz, bekannt für ihre goldenen Osterhasen, zogen um 6,3 Prozent nach. Gleichzeitig reduziert Milka die Füllmenge ihrer Tafeln von 100 auf 90 Gramm – bei gleichem Preis. Diese Form der „Schrumpfinflation“ bleibt für viele Konsumenten unbemerkt, ist jedoch ökonomisch spürbar.
Die Verbindung aus Preisanstieg, Klimafolgen und Schrumpfung macht Schokolade zunehmend zum Luxusgut. Ohne strukturelle Veränderungen in Anbau und Handel könnte sich dieser Trend in den kommenden Jahren weiter verstärken.
Quelle: RBB24, www.24info-neti.com/de