Donnerstag, 24 Juli 2025 16:32

Gewalttat in Berlin-Marzahn

Tatort in Berlin-Marzahn nach familiärer Gewalttat Tatort in Berlin-Marzahn nach familiärer Gewalttat pixabay/Foto illustrativ

Ein 24-jähriger Berliner muss nach einer tödlichen Gewalttat dauerhaft in eine psychiatrische Einrichtung. Das Landgericht Berlin entschied am Donnerstag über die Maßregelvollzugseinweisung. Der Mann hatte seinen Großvater getötet und seine Großmutter schwer verletzt. Die Tat geschah im Zustand einer unbehandelten schizophrenen Psychose.

Inhaltsverzeichnis:

Schwere Tat in Berlin-Marzahn

Am 9. Februar kam es in einer Wohnung in Berlin-Marzahn zu einer tödlichen Gewalttat. Der 24-Jährige schlug und trat dabei seinen 88-jährigen Großvater derart heftig, dass dieser verstarb. Seine 84-jährige Großmutter erlitt schwere Verletzungen. Der junge Mann versuchte anschließend, den beiden zu helfen und rief den Rettungsdienst. Beim Eintreffen der Sanitäter flüchtete er jedoch vom Tatort. Nur kurze Zeit später wurde er von der Polizei festgenommen.

Nach Angaben des Gerichts hatte sich der Mann am Tattag zunehmend paranoid gefühlt. Zunächst war er mit dem Auto unterwegs, irrte dann zu Fuß durch die Stadt. Er war orientierungslos, verwirrt und fühlte sich verfolgt. Schließlich suchte er die Wohnung seiner Großeltern auf, in der Hoffnung, sich ausruhen zu können.

Psychische Erkrankung blieb unentdeckt

Die psychiatrischen Gutachter diagnostizierten eine schwere Schizophrenie. Die Krankheit war zum Zeitpunkt der Tat weder bekannt noch behandelt worden. Zusätzlich konsumierte der 24-Jährige regelmäßig Cannabis, teilweise bis zu einem Gramm täglich. Laut Urteil trug dieser Konsum zur Verschärfung der Symptome bei.

Als sich der junge Mann auch bei den Großeltern bedroht fühlte, wollte er die Wohnung verlassen. Diese versuchten, ihn daran zu hindern. Daraus entwickelte sich die Eskalation, die zur Tötung des Großvaters und zur Verletzung der Großmutter führte. Der Richter betonte, dass die Großeltern nicht im Umgang mit psychisch Erkrankten geschult waren.

Keine Verhandlung über Schuld

Rechtlich wurde die Tat als Totschlag und gefährliche Körperverletzung eingeordnet. Da der Täter jedoch wegen seiner psychischen Störung nicht schuldfähig ist, stand nicht die Schuldfrage, sondern die Gefährlichkeit im Vordergrund. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass ohne Behandlung weitere schwere Straftaten möglich seien. Daher wurde die dauerhafte Unterbringung im psychiatrischen Maßregelvollzug angeordnet.

Der 24-Jährige lebte zum Zeitpunkt der Tat bei seinen Eltern in Berlin-Köpenick. Er hatte ein Studium abgebrochen und befand sich in Ausbildung zum Physiotherapeuten. Trotz der schweren Tat sehen die Richter Chancen auf Rehabilitation. Mit medizinischer Betreuung und Medikamenten könne er möglicherweise ein stabiles Leben führen.

Überblick - zentrale Fakten

  • Täter: 24 Jahre alt, wohn haft in Berlin-Köpenick
  • Tatzeit: Februar, Berlin-Marzahn
  • Opfer: Großvater (88, getötet), Großmutter (84, schwer verletzt)
  • Diagnose: schwere Schizophrenie, unbehandelt
  • Konsum: täglich Cannabis bis 1 g
  • Gerichtsurteil: Maßregelvollzug wegen Gefährdung der Allgemeinheit
  • Ziel: Behandlung und langfristige Resozialisierung

Das Urteil berücksichtigt die gesundheitliche Lage des Täters und dient gleichzeitig dem Schutz der Öffentlichkeit.

Quelle: RBB24, webrivaig.com/de