Dienstag, 16 September 2025 16:04

Flüge nach Mitternacht am BER weiter umstritten

Nächtliche Landungen am BER bleiben ein Streitpunkt Nächtliche Landungen am BER bleiben ein Streitpunkt Pixabay/Foto illustrativ

Ryanair fordert seit Jahren, dass verspätete Maschinen nach Mitternacht am Flughafen Berlin Brandenburg landen dürfen. Nun hat auch Flughafenchefin Aletta von Massenbach diesen Wunsch unterstützt. Politik und Behörden halten jedoch strikt am Nachtflugverbot fest. Reisende erleben regelmäßig Probleme, wenn Flüge verspätet in der Hauptstadtregion eintreffen. Maschinen müssen nach Hannover oder Leipzig ausweichen. Die Anreise zurück nach Berlin dauert dann oft mehrere Stunden mit dem Bus. Erst letzte Woche strandete ein Eurowings-Flug aus Mallorca in Niedersachsen. Auch zahlreiche Ryanair-Flieger wurden bereits nachts umgeleitet.

Inhaltsverzeichnis:

Aletta von Massenbach unterstützt Ausnahmen

Die Vorsitzende der Geschäftsführung des Flughafens, Aletta von Massenbach, erklärte, dass andere deutsche Flughäfen deutlich kulanter seien. Wenn ein Ryanair-Flugzeug abends nicht in Berlin ankommt, entstehen hohe Kosten, da die Maschine am nächsten Morgen nicht rechtzeitig starten kann. Sie warnte davor, dass Airlines den BER verlassen könnten, falls sich nichts ändere.

Ludwig Scheetz pocht auf Koalitionsvertrag

Für die Brandenburger SPD kam die Position der Flughafenchefin überraschend. Ludwig Scheetz, Sprecher für Flughafenpolitik, erinnerte daran, dass die Koalition im Landtag ein noch strengeres Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr im Vertrag festgehalten hat. Die Region trägt laut Scheetz bereits die volle Belastung des Hauptstadtflugverkehrs. Jede Lockerung der Lärmschutzmaßnahmen sei daher problematisch.

Kai Wegner für begrenzte Ausnahmen

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, sprach sich für Ausnahmen aus. Das Nachtflugverbot bleibe wichtig für die Gesundheit der Anwohner. Gleichzeitig betonte er, dass geringe Verspätungen nicht zu zusätzlichen Kosten und Umwegen führen sollten. Berlin wolle das Gespräch mit Brandenburg und der Flughafengesellschaft suchen.

Michael Schwuchow lehnt Änderungen ab

Der Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow, Michael Schwuchow, verwies auf den Planfeststellungsbeschluss. Dieser sei mehrfach gerichtlich bestätigt worden. Nach seiner Einschätzung würde die Gemeinde gegen jede Aufweichung der Nachtflugregelung juristisch vorgehen. Zwei Drittel der Starts und Landungen am BER erfolgen in Richtung der Gemeinde.

Detlef Tabbert fordert bessere Flugpläne

Der Brandenburger Infrastrukturminister Detlef Tabbert stellte klar, dass fast nur Ryanair von den Umleitungen betroffen sei. Er forderte, die Flugpläne besser einzutakten, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Die Landesregierung werde das Nachtflugverbot durchsetzen. Ein Ausweichflughafen für verspätete Maschinen sei ebenfalls nicht vorgesehen.

Auswirkungen für Passagiere

  • Umleitungen betreffen vor allem Ryanair
  • Ersatzlandungen erfolgen meist in Hannover oder Leipzig
  • Busfahrten nach Berlin dauern bis zu 3 Stunden
  • Geplante Flugzeiten vor 23:30 Uhr sind entscheidend für die Genehmigung

Damit bleibt es für viele Passagiere Realität, dass ihre Reise mitten in der Nacht mit einer stundenlangen Bustour endet.

Quelle: rbb24, www.extratimeout.com/de