Dienstag, 12 August 2025 15:36

Prozess nach Messerangriff in Berlin

Enkel vor Gericht nach Angriff auf Großmutter in Marzahn Enkel vor Gericht nach Angriff auf Großmutter in Marzahn pixabay/Foto illustrativ

Ein 29-Jähriger steht wegen eines lebensgefährlichen Angriffs auf seine 76-jährige Großmutter vor dem Berliner Landgericht. Er schwieg zum Auftakt der Verhandlung. Die Staatsanwaltschaft beantragt seine unbefristete Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.

  • Tatzeit: 6. Januar 2025
  • Tatort: Stadtteil Marzahn
  • Opfer: 76 Jahre alt

Inhaltsverzeichnis:

Berliner landgericht und staatsanwaltschaft

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gilt der Angeklagte als schuldunfähig und befindet sich vorläufig im Krankenhaus des Maßregelvollzugs. Ein erster Versuch, das Verfahren zu beginnen, war vor drei Monaten wegen Erkrankung eines Beteiligten gescheitert. Der Mann erschien nun vor Gericht und äußerte sich nicht. Die Anklage stützt sich auf polizeiliche Ermittlungen und medizinische Gutachten.

Marzahn und küchenmesser

Am 6. Januar 2025 soll der Mann seine Großmutter in Marzahn mit einem Küchenmesser mehrfach in Kopf, Hals und Oberkörper gestochen haben. Laut Anklage geschah dies, weil ihm das Essen nicht schmeckte. Die Seniorin hatte Schnitzel und Pommes Frites zubereitet. Die 17 Zentimeter lange Klinge brach im Bauch der Frau ab und blieb stecken. Das Opfer stellte sich tot und überlebte dank einer Notoperation im Krankenhaus.

Polizei und geständnisanruf

Unmittelbar nach der Tat ging bei der Polizei ein Anruf ein. Der Enkel soll einen falschen Namen genannt und erklärt haben, er müsse einen Mord gestehen. Wenig später trafen Beamte ihn im Treppenhaus. Die verletzte Frau wurde in eine Klinik gebracht und operiert. Sie gab an, er sei plötzlich ausgerastet, während sie am Herd stand.

Verteidigung und hintergrund

Der Verteidiger erklärte, das Motiv sei unklar. Die Großmutter sei für ihren einzigen Enkel in Krisenzeiten eine wichtige Stütze gewesen. Er habe sie regelmäßig besucht. Zuletzt habe der 29-Jährige in einer Einrichtung zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit gelebt.

Die Hauptverhandlung wird am 13. August 2025 fortgesetzt.

Zentrale Punkte für den weiteren Verlauf:

  1. Prüfung der psychischen Verfassung und Schuldfähigkeit
  2. Entscheidung über eine dauerhafte Unterbringung
  3. Auswertung der Zeugenaussagen und ärztlichen Berichte

Quelle: RBB24, www.3600edumobi.com/de