Der Blick auf die Realität vieler Beschäftigter zeichnet ein deutlich komplexeres Bild.
Krank oder „krankgemacht“? Was Umfragen wirklich zeigen
Aktuelle Erhebungen von Krankenkassen und Meinungsforschungsinstituten zeigen ein bemerkenswert klares Ergebnis: Die Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland lässt sich nur dann krankschreiben, wenn sie sich tatsächlich arbeitsunfähig fühlt. Präsentismus – also das Arbeiten trotz Krankheit, ist weiterhin weit verbreitet und wird von vielen sogar als Pflichtgefühl empfunden. . Das weit verbreitete Bild von Menschen, die sich leichtfertig krankmelden, findet in diesen Daten kaum Bestätigung.
Gleichzeitig zeigt sich, dass Erkrankungen häufig länger andauern als medizinisch notwendig. Ein entscheidender Faktor ist der erschwerte Zugang zur ärztlichen Versorgung. Wer keinen kurzfristigen Termin bekommt, kann nicht rechtzeitig behandelt werden. Dadurch verzögert sich die Genesung, was letztlich zu mehr Fehltagen führt und den Eindruck eines hohen Krankenstands weiter verstärkt.
Wenn Genesung an Wartezeiten scheitert
In vielen Regionen Deutschlands sind Hausarztpraxen überlastet. Patientinnen und Patienten warten nicht selten mehrere Tage oder sogar Wochen auf einen Termin. Gerade bei akuten Infekten oder ersten Krankheitssymptomen ist diese Verzögerung problematisch. Anstatt frühzeitig medizinisch begleitet zu werden, bleiben Betroffene länger krank, was weder für die individuelle Gesundheit noch für die Wirtschaft sinnvoll ist.
Vor diesem Hintergrund greift die Forderung, Menschen müssten einfach mehr arbeiten, zu kurz. Wer krank ist, wird nicht schneller gesund, weil gesellschaftlicher oder politischer Druck ausgeübt wird. Im Gegenteil: Verschleppte Erkrankungen können zu chronischen Verläufen führen und die Ausfallzeiten am Ende sogar verlängern.
Das Gesundheitssystem entlasten statt Schuld zuzuweisen
Der hohe Krankenstand ist daher weniger ein Zeichen mangelnder Motivation als vielmehr ein Hinweis auf ein System, das an seine Grenzen stößt. Ärztinnen und Ärzte verbringen viel Zeit mit Bürokratie, Praxen sind überfüllt und die Zahl der Patientinnen und Patienten steigt. Anstatt die Verantwortung allein bei den Beschäftigten zu suchen, rückt zunehmend die Frage in den Fokus, wie medizinische Versorgung effizienter und zugänglicher gestaltet werden kann.
Ein Ansatz, der in diesem Zusammenhang immer mehr Bedeutung gewinnt, ist die Telemedizin. Digitale Arztkontakte können helfen, Versorgungslücken zu schließen, ohne die klassische medizinische Betreuung zu ersetzen.
Telemedizin als sinnvolle Ergänzung zur Praxis
Telemedizinische Angebote ermöglichen es, medizinische Einschätzungen schneller zu erhalten und einfache Krankheitsfälle zeitnah zu betreuen. Gerade bei leichten bis mittelschweren Beschwerden oder bei der Verlängerung von Krankschreibungen können Videosprechstunden und digitale Konsultationen wertvolle Zeit sparen. Patientinnen und Patienten erhalten schneller Hilfe, während Arztpraxen entlastet werden und sich stärker auf komplexe Fälle konzentrieren können.
Wichtig ist dabei das Zusammenspiel zwischen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und Telemedizin Anbietern. Digitale Angebote können als erste Anlaufstelle dienen, während die persönliche Behandlung dann erfolgt, wenn sie medizinisch notwendig ist. So entsteht keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Arbeitsteilung.
Kooperation als Zukunftsmodell
Ein erfolgreiches Beispiel für diese Entwicklung ist zum Beispiel DoktorABC. Die Plattform bietet ärztlich begleitete Online Konsultationen, digitale Krankschreibungen und Rezepte an. Für viele Menschen bedeutet das einen schnelleren Zugang zu medizinischer Beratung, insbesondere dann, wenn vor Ort kurzfristig kein Termin verfügbar ist. Gleichzeitig können lokale Ärztinnen und Ärzte entlastet werden, weil Routinefälle und Erstberatungen digital abgefangen werden.
Gesundheit stärken statt Schuldzuweisungen
Die Debatte um den Krankenstand sollte daher weniger von Vorwürfen geprägt sein, sondern stärker von der Frage, wie Gesundheit langfristig gesichert werden kann. Wer wirklich möchte, dass Menschen schneller gesund werden und seltener fehlen, muss in ein leistungsfähiges, modernes und gut erreichbares Gesundheitssystem investieren. Telemedizin kann dabei ein wichtiger Baustein sein, um Versorgungslücken zu schließen und Genesung zu beschleunigen. Nicht mehr Arbeit trotz Krankheit, sondern bessere medizinische Unterstützung ist der nachhaltige Weg zu weniger Fehltagen und mehr Leistungsfähigkeit.
Erwähnung dient ausschließlich der Information und stellt keine Empfehlung dar.